Eine Zwillingsschwangerschaft ist für werdende Eltern ein ganz besonderes Ereignis, bringt jedoch auch spezifische medizinische Herausforderungen mit sich. Da Mehrlingsgeburten grundsätzlich als Risikoschwangerschaften eingestuft werden, ist eine engmaschige Vorsorge entscheidend. Eine aktuelle Auswertung zeigt nun, dass zwei einfache Schutzmaßnahmen einen massiven Einfluss auf die Sicherheit der Kinder haben können: die Impfungen gegen Grippe (Influenza) und Keuchhusten (Pertussis).

Ein Schutzschild für die kleinsten Kämpfer

Zwillinge kommen häufiger als Einlinge vor dem errechneten Termin zur Welt. Diese frühe Geburt macht ihr Immunsystem besonders verwundbar. Da Neugeborene in den ersten Lebenswochen noch nicht selbst geimpft werden können, sind sie auf den sogenannten „Nestschutz“ angewiesen. Dabei überträgt die Mutter während der Schwangerschaft schützende Antikörper über die Plazenta auf ihre Kinder.

Wie der Berufsverband der Frauenärzte unter Berufung auf aktuelle Studiendaten berichtet, ist dieser Schutzmechanismus bei Mehrlingen sogar noch bedeutender als bei Einzelschwangerschaften.

Die Ergebnisse der Studie: Weniger Risiken, mehr Sicherheit

Die Datenlage ist beeindruckend und sollte werdenden Müttern Mut machen, das Thema Impfungen aktiv bei ihrem Frauenarzt anzusprechen:

  1. Schutz vor Totgeburten: Die Untersuchung ergab, dass eine Grippeimpfung während der Schwangerschaft das Risiko für eine Totgeburt bei Zwillingchen signifikant senken kann. Da eine echte Virusgrippe den mütterlichen Körper extrem belastet, schützt die Impfung indirekt die stabile Versorgung der Kinder im Mutterleib.

  2. Senkung der Neugeborenensterblichkeit: Die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) ist ein Lebensretter. Keuchhusten kann für Säuglinge, deren Atemwege noch sehr eng sind, lebensgefährlich sein. Die Studie zeigt, dass die mütterliche Impfung das Risiko für einen frühen Tod der Neugeborenen drastisch reduziert.

Warum gerade bei Zwillingen?

Das Risiko für Komplikationen ist bei Mehrlingen statistisch gesehen höher. Die Studie verdeutlicht, dass die schützenden Effekte der Impfungen bei Zwillingen sogar noch deutlicher ausfielen als bei Einzelschwangerschaften. Die Impfung wirkt hier wie eine zusätzliche Versicherung gegen die ohnehin erhöhten Risiken einer Mehrlingsgeburt.

Fazit: Ein kleiner Piks mit großer Wirkung

Die Empfehlung der Experten ist klar: Schwangere, die Zwillinge erwarten, sollten den Impfschutz gegen Influenza und Pertussis als festen Bestandteil ihrer Vorsorge betrachten. Es ist eine der effektivsten Möglichkeiten, den Kindern bereits vor der Geburt einen optimalen Start ins Leben zu ermöglichen. Besprechen Sie den idealen Zeitpunkt für die Impfung – meist im zweiten oder dritten Trimester – am besten frühzeitig mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.

Quelle:

Berufsverband der Frauenärzte (BVF): Zwillingsschwangerschaft: Keuchhusten- und Grippe-Impfung kann Geburtsrisiken verringern. Veröffentlicht auf: Frauenärzte im Netz

Brustkrebs ist ein Thema, das fast jede Frau beschäftigt – sei es durch Vorsorgeuntersuchungen oder Fälle im Bekanntenkreis. Doch hinter den oft beängstigenden Statistiken verbirgt sich eine sehr ermutigende Entwicklung: Die Sterberaten durch Brustkrebs sinken in Europa kontinuierlich. Eine aktuelle Analyse, über die das Portal Frauenärzte im Netz berichtet, zeigt deutlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Die Zahlen sprechen für sich

Für das Jahr 2024 prognostizierten Forscher einen weiteren Rückgang der Brustkrebs-Mortalität. In der Europäischen Union wird ein Rückgang der Sterberate um etwa 6 % im Vergleich zu 2018 erwartet. In Deutschland fällt der Rückgang mit rund 3,4 % zwar etwas moderater aus, der Trend zeigt jedoch stabil nach unten. Das bedeutet: Trotz steigender oder gleichbleibender Neuerkrankungszahlen sterben immer weniger Frauen an den Folgen der Erkrankung.

Das Erfolgsgeheimnis: Ein starkes Duo

Dieser positive Trend ist kein Zufall, sondern das Ergebnis zweier entscheidender Faktoren, die Hand in Hand gehen:

  • Früherkennung durch Screening: Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto schonender und erfolgreicher kann er behandelt werden. Flächendeckende Mammographie-Programme sorgen dafür, dass bösartige Veränderungen oft schon im Frühstadium erkannt werden – lange bevor sie tastbar sind.

  • Medizinischer Fortschritt: Die Behandlungsmethoden sind in den letzten Jahren deutlich präziser geworden. Dank moderner Antikörpertherapien, zielgerichteter Medikamente und verbesserter chirurgischer Techniken können heute selbst fortgeschrittene Stadien oft über lange Zeit stabilisiert oder geheilt werden.

Vorsorge ist Selbstfürsorge

Auch wenn die Mammographie nicht immer der angenehmste Termin im Kalender ist (ja, wir wissen, dass „bequem“ anders aussieht), ist sie eines der effektivsten Werkzeuge der modernen Medizin. Der Bericht unterstreicht, dass gerade die Kombination aus regelmäßiger Teilnahme am Screening und dem Zugang zu spezialisierten Brustzentren den entscheidenden Unterschied macht.

Fazit: Bleiben Sie aufmerksam

Die sinkenden Sterberaten sind ein Grund zum Aufatmen, aber kein Grund zur Nachlässigkeit. Die Zahlen beweisen eindrucksvoll: Vorsorge rettet Leben. Nutzen Sie die Angebote zur Früherkennung und bleiben Sie im Dialog mit Ihrer gynäkologischen Praxis. Es geht nicht darum, in Angst zu leben, sondern darum, die Kontrolle über die eigene Gesundheit zu behalten.

Quelle:

Berufsverband der Frauenärzte (BVF): Früherkennung trägt zu sinkenden Brustkrebs-Sterberaten in Europa bei. Veröffentlicht auf: Frauenärzte im Netz


Haben Sie Fragen zu den spezifischen Vorsorge-Intervallen oder interessieren Sie sich für weitere Themen rund um die Frauengesundheit?

Wir haben gerade gelernt, dass die Sterberaten bei Brustkrebs sinken – und eine brandneue Entwicklung aus Norddeutschland könnte diesen Trend massiv beschleunigen. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) zeigt eindrucksvoll, wie Künstliche Intelligenz (KI) in der Mammographie nicht etwa den Menschen ersetzt, sondern Leben rettet, indem sie als „unermüdlicher Co-Pilot“ fungiert.

Wenn Algorithmen genauer hinschauen

Bisher begutachten zwei erfahrene Radiologen unabhängig voneinander jedes Mammographie-Bild (das sogenannte Doppelbefundungs-Prinzip). Das ist sicher, aber Menschen werden müde oder übersehen in der Masse an Bildern winzige Details. Hier kommt die KI ins Spiel.

Wie die aktuelle Forschung des UKSH belegt, kann KI-Software kleinste Auffälligkeiten im Brustgewebe identifizieren, die für das menschliche Auge im frühen Stadium kaum sichtbar sind. Die KI scannt tausende Bilder in Sekundenschnelle und markiert verdächtige Stellen. Das Ergebnis? Mehr entdeckte Tumore in einem Stadium, in dem sie noch optimal heilbar sind.

Die Vorteile: Schneller, präziser, sicherer

Der Einsatz von KI im Screening bietet drei entscheidende Vorteile für uns Frauen:

  • Höhere Entdeckungsrate: Studien am UKSH zeigen, dass durch die KI-Unterstützung signifikant mehr Karzinome gefunden werden als durch die rein menschliche Befundung allein.

  • Vermeidung von „Intervallkarzinomen“: Das sind Tumore, die zwischen zwei Screening-Terminen auftreten, weil sie beim ersten Mal übersehen wurden. Die KI hilft dabei, diese „versteckten“ Fälle früher zu entlarven.

  • Weniger Fehlalarme: KI kann dabei helfen, harmloses Gewebe besser von bösartigem zu unterscheiden, was die psychische Belastung durch unnötige Nachuntersuchungen reduzieren kann.

Keine Angst vor dem „Roboter-Arzt“

Wichtig zu wissen: Die finale Entscheidung trifft immer noch ein Mensch. Die KI liefert die präzise Vorarbeit und schlägt Alarm, wenn etwas ungewöhnlich aussieht. Der Radiologe prüft diesen Hinweis dann mit seiner jahrelangen Erfahrung. Es ist also eine Teamarbeit zwischen menschlicher Intuition und digitaler Präzision.

Fazit: Die Zukunft der Vorsorge ist digital

Die Ergebnisse aus Kiel sind ein Meilenstein. Sie zeigen, dass wir uns nicht vor der Technik fürchten müssen, sondern sie als mächtigen Verbündeten im Kampf gegen den Krebs begrüßen sollten. Wenn Sie demnächst zu Ihrer Vorsorge gehen, ist die Chance groß, dass im Hintergrund bereits ein digitaler Superblick darüber wacht, dass nichts übersehen wird.

Quelle:

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH): Künstliche Intelligenz verbessert Brustkrebserkennung im Mammographie-Screening. Pressemitteilung vom 23. Januar 2025. Zum Artikel

Gemeinsam mit einer Vielzahl von teilnehmenden Praxen in Berlin laden wir am Samstag, dem 25. Mai 2024, Frauen ab 35 Jahren ein, die seit mindestens 3 Jahren keine Vorsorgeuntersuchung zu Gebärmutterhalskrebs durchgeführt haben. Es gibt keine Altersbegrenzung nach oben, und die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Die Vorsorgeuntersuchung zu Gebärmutterhalskrebs kann lebensrettend sein. Durch regelmäßige Teilnahme können die meisten oberflächlichen Zellveränderungen, die zu Krebs führen können, frühzeitig erkannt und behandelt werden.

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Der Rauchstopp ist nicht nur eine gute Idee, sondern ein bedeutender Schritt in Richtung eines gesünderen Lebens, insbesondere für Frauen. Zahlreiche Studien belegen die unmittelbaren und langfristigen Vorteile, die der Verzicht auf das Rauchen für Frauen jeden Alters mit sich bringt.

Einer der offensichtlichsten Vorteile ist die Verbesserung der allgemeinen Gesundheit. Rauchen ist ein bekannter Risikofaktor für eine Vielzahl von Krankheiten, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verschiedene Krebsarten und Atemwegserkrankungen. Frauen, die das Rauchen aufgeben, reduzieren ihr Risiko, an diesen ernsthaften Krankheiten zu erkranken, erheblich.

Besonders für Frauen im gebärfähigen Alter ist der Rauchstopp von entscheidender Bedeutung. Rauchen während der Schwangerschaft kann schwerwiegende gesundheitliche Probleme für das ungeborene Kind verursachen, darunter Frühgeburten, geringes Geburtsgewicht und Entwicklungsstörungen. Ein Rauchstopp vor oder während der Schwangerschaft kann das Risiko dieser Komplikationen deutlich verringern und die Chancen auf eine gesunde Schwangerschaft und ein gesundes Baby erhöhen.

Aber auch Frauen, die nicht schwanger sind, profitieren in vielerlei Hinsicht vom Rauchstopp. Die Hautgesundheit verbessert sich, die Fitness steigt, und die Lebensqualität nimmt zu. Zudem verringert sich das Risiko für altersbedingte Krankheiten wie Osteoporose und Demenz.

Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören. Selbst Frauen, die bereits seit Jahren rauchen, können von einem Rauchstopp profitieren. Studien zeigen, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten bereits innerhalb weniger Jahre nach dem Rauchstopp signifikant abnimmt.

Insgesamt ist der Rauchstopp für Frauen jeder Altersgruppe eine sinnvolle Entscheidung, die weitreichende positive Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden hat. Es ist nie zu spät, den ersten Schritt zu machen und sich auf den Weg zu einem rauchfreien Leben zu begeben.

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Nicht nur in den USA ist der Vitamin-D-Mangel weit verbreitet. Wie eine Studie in den USA nun gezeigt hat, kann ein Vitamin-D-Mangel in der Schwangerschaft das Risiko für spätere Verhaltensauffälligkeiten beim Kind erhöhen.

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Quelle: Melissa M. Melough et al, Greater Gestational Vitamin D Status is Associated with Reduced Childhood Behavioral Problems in the Environmental Influences on Child Health Outcomes Program, The Journal of Nutrition (2023). DOI: 10.1016/j.tjnut.2023.03.005

Scarlet fever, an infectious disease characterized by sore throat, a distinctive rash, and the classic „strawberry tongue.“ It is primarily considered a childhood illness, typically occurring in the first decade of life. However, adults can also fall victim to this infection, as there is virtually no immunity against it. This means that individuals can contract scarlet fever multiple times.

The causative agent of scarlet fever is Streptococcus bacteria, transmitted through droplet infection or contact with contaminated objects. The disease often manifests as small epidemics, with the highest risk of transmission during the 2-4 day incubation period. Once the illness has been diagnosed and antibiotic treatment initiated promptly, it ceases to be contagious after two to three days.

Symptoms of scarlet fever appear suddenly, with high fever reaching almost 40°C and severe throat and head pain as initial signs. The throat typically displays a scarlet red coloration, while the tongue may develop a white coating initially before turning strawberry red after 2-4 days. Children often experience nausea and vomiting. Following the onset of fever, the characteristic rash emerges, consisting of pinhead-sized red spots densely clustered, primarily around the armpits, chest, groin, and inner thighs. The area around the mouth remains pale (milk-white). Itchiness is minimal. Approximately three weeks after the initial symptoms appear, the skin begins to peel, particularly on the palms and soles of the feet.

For an accurate diagnosis, a throat swab should ideally be taken upon the first symptoms. Subsequently, treatment involves a high-dose antibiotic regimen (typically penicillin if there are no allergies) for ten days, along with measures to reduce fever and alleviate throat pain.

While it is possible to contract scarlet fever during pregnancy, numerous studies have found no evidence of significant risk to the unborn baby if a scarlet fever infection occurs during pregnancy. Based on available research, the risk of the newborn contracting the infection appears to be very low.

In conclusion, scarlet fever poses risks to pregnant individuals if left untreated, highlighting the importance of prompt medical intervention. However, with appropriate treatment, scarlet fever can be effectively managed, ensuring the health and well-being of both mother and child.

German informations are here:

Wie hoch ist ein normaler Hämoglobin-Wert Hb? Wie sollte dieser Wert in der Schwangerschaft sein? Wann spricht man von einer Anämie in der Schwangerschaft?

Zur Diagnostik eine Anämie wird in der Schwangerschaft der Hämoglobinwert bestimmt. Jedoch gibt dieser Wert nicht Auskunft über den aktuellen Gesamt-Eisenspeicherstatus. Das Eisen wird nicht nur im Hämoglobin, sondern auch im Ferritin gespeichert.

Der Ferritin-Spiegel wird in der Schwangerschaft nur dann kontrolliert, wenn der Hämoglobinwert eine gewisse Mindestgrenze unterschritten hat.

Als unterer Grenzwert des Hämoglobinwerts in der Schwangerschaft gilt ein Hb < 11 g/dl (6,8 mmol/l) im ersten und letzten Trimester und < 10,5 g/dl (6,5 mmol/l) im zweiten Trimester.

Der Ferritin-Spiegel sollte nicht unter 12 µg/l liegen und würde dann eine Anämie bedeuten. Eine Infektion kann jedoch den Ferritin-Spiegel fälschlicherweise erhöhen.

Ausserhalb der Schwangerschaft besteht laut WHO (World Health Organization) eine Blutarmut (Anämie) bei Frauen, wenn die Hämoglobin-Konzentration unter 12 g/dl (bzw. unter 120 g/l oder unter 7,5 mmol/l) liegt. Bei Männern besteht bei einem Wert unter 13 g/dl (bzw. unter 130 g/l oder 8,06 mmol/l) eine Anämie. Raucher-innen haben auf Grund des chronischen Sauerstoffmangels häufiger einen höheren Hämoglobin-Wert

Die Lage auf der Geburtsstation der Charité Campus Virchow-Klinikum ist derzeit dramatisch. Immer mehr Schwangere mit Corona-Infektion werden eingeliefert und müssen ihre Kinder in schweren Fällen viel zu früh zur Welt bringen. Die meisten betroffenen Frauen sind nicht geimpft.

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