Der Begriff „alkoholfrei“ bei Getränken wie Bier, Wein oder Sekt ist für Schwangere oft irreführend. In Deutschland dürfen diese Produkte legal bis zu 0,5 Volumenprozent Restalkohol enthalten, ohne dass dies zwingend prominent auf dem Etikett ausgewiesen werden muss. Da bereits geringste Mengen Alkohol über die Plazenta zum Fötus gelangen und dessen unfertige Leber das Zellgift nicht abbauen kann, drohen schwere und dauerhafte Entwicklungsschäden (FASD)[. Es gibt in der Schwangerschaft weder eine sichere Alkoholmenge noch einen ungefährlichen Zeitpunkt. Die einzig sichere Empfehlung lautet daher 0,0 Promille. Achten Sie folglichbeim Kauf zwingend auf die Kennzeichnung „0,0 %“
Mehr dazu hier.
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Thema: „Hormone und Krebs“
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Wann: 23. September 2026
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Uhrzeit: 18:00 bis 19:00 Uhr
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Referenten: Prof. Dr. Thomas Römer sowie Mitwirkende des JUNGEN Forums der DMG e.V.
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weniger Termine: Der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte rechnet mit bis zu 35.000 fehlenden Behandlungsterminen. Ärztinnen und Ärzte werden Termine voraussichtlich stärker priorisieren müssen.
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Längere Wartezeiten durch den Abbau von Behandlungskapazitäten müssen Patientinnen künftig mit längeren Wartezeiten auf gynäkologische Termine rechnen.
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Gefährdete Wechseljahre-Beratung: Ausführliche Beratungsgespräche drohen gekürzt zu werden oder könnten sich künftig zu einer gebührenpflichtigen Privatleistung (IGeL) wandeln.
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Eingeschränkte „Wechseljahre-Offensive“: Die ohnehin geforderte Besserstellung und Intensivierung der Menopausen-Versorgung steht durch den Sparzwang unter finanziellem Druck.
Mehr dazu im Podcast „Hormongesteuert – Der Wechseljahre-Podcast mit Dr. Katrin Schaudig und Dr. Nicole Mattern“
Als Ihre Frauenarzt ist uns die Vorsorge Ihrer Kinder ein Herzensanliegen. Deshalb möchten ich eine aktuelle Studie aus dem Fachjournal The Lancet mit Ihnen teilen. Diese liefert nämlich erstmals einen unwiderlegbaren Nachweis auf nationaler Ebene. Die HPV-Impfung schützt demnach nicht nur effektiv vor Zellveränderungen. Sie senkt stattdessen auch drastisch die Sterblichkeit durch Gebärmutterhalskrebs.
Beeindruckende Ergebnisse: Null Todesfälle
Dafür werteten Forschende der Queen Mary University of London umfassende Daten aus England aus. Sie betrachteten dabei den Zeitraum zwischen 2001 und 2024. England führte bereits 2008 ein nationales HPV-Impfprogramm für 12- bis 13-jährige Mädchen ein. Außerdem ergänzte das Land dieses Programm durch gezielte Nachholkampagnen. Dadurch erreichten die Behörden beeindruckende Impfquoten von 80 bis 90 Prozent.
Folglich ist das Ergebnis der Auswertung absolut spektakulär. Junge Frauen zwischen 20 und 24 Jahren erhielten die Impfung im Schulalter. In dieser Gruppe trat zwischen 2020 und 2024 kein einziger Todesfall durch Gebärmutterhalskrebs auf. Ohne das Impfprogramm hätte die Statistik rund 23 Todesfälle verzeichnet. Insgesamt verhinderte das Programm in England somit bereits schätzungsweise 200 Todesfälle.
Diese Daten unterstreichen folglich die Wichtigkeit einer frühzeitigen Impfung. Der beste Zeitpunkt dafür liegt idealerweise vor dem ersten Sexualkontakt. Allerdings hinken die Impfquoten in Deutschland bedauerlicherweise noch hinterher. Dies führt hierzulande weiterhin zu absolut vermeidbaren Erkrankungen.
Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung ausdrücklich. Sie richtet sich an alle Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Zusätzlich bieten Nachholimpfungen bis zum 18. Lebensjahr einen enormen medizinischen Nutzen. Deshalb möchten wir Sie als Ihr Praxisteam heute ermutigen. Ergreifen Sie bitte diese Chance für Ihre Kinder.
Unser Aufruf an Sie
Bitte sprechen Sie das Thema HPV beim nächsten Vorsorgetermin an. Wir klären Sie dann gerne umfassend auf. Außerdem besprechen wir Ihre individuellen Fragen gemeinsam. So begleiten wir Ihre Familie auf dem Weg zu einem optimalen Gesundheitsschutz.
Quellen:
- https://www.frauenaerzte-im-netz.de/aktuelles/meldung/hpv-impfprogramm-verhindert-erstmals-nachweislich-todesfaelle-durch-gebaermutterhalskrebs/
- Meldung im Deutschen Ärzteblatt: Hohe HPV-Impfquote ist mit deutlichem Rückgang der Sterblichkeit assoziiert Hohe HPV-Impfquote ist mit deutlichem Rückgang der Sterblichkeit assoziiert – News – Deutsches Ärzteblatt
- Hotline-Impfen der Ärzte Zeitung mit Dr. Cornelia Hösemann: Ist eine Impfung gegen HPV auch bei Frauen über 50 noch sinnvoll? www.aerztezeitung.de/Medizin/Ist-eine-Impfung-gegen-HPV-auch-bei-Frauen-ueber-50-noch-sinnvoll-463703.html
- Hotline-Impfen der Ärzte Zeitung mit Dr. Cornelia Hösemann: Bei HPV-assoziierter Zelldysplasie: Patientin und infizierten Partner impfen? www.aerztezeitung.de/Medizin/Bei-HPV-assoziierter-Zelldysplasie-Patientin-und-infizierten-Partner-impfen-463608.html
- HPV-Schulimpfprojekt Sachsen: hpv-schulimpfprojekt.de
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Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF).
Viele Frauen glauben, dass die monatliche Blutung unter der Pille ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Zyklus sei. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch nicht um eine normale Menstruation.
Die sogenannte „Periode“ während der Pillenpause ist eine Entzugsblutung, die durch das vorübergehende Absetzen der Hormone ausgelöst wird. Sie entsteht nicht, weil ein Eisprung stattgefunden hat oder weil der Körper eine Schwangerschaft ausschließt. Aus medizinischer Sicht erfüllt diese Blutung daher keine wichtige biologische Funktion.
Warum gibt es die Pillenpause überhaupt?
Als die Antibabypille in den 1960er-Jahren entwickelt wurde, orientierte man sich bewusst am natürlichen Menstruationszyklus. Die monatliche Blutung sollte den Frauen das Gefühl vermitteln, dass ihr Körper weiterhin „normal“ funktioniert. Zudem hoffte man damals auf eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz der neuen Verhütungsmethode.
Die heute übliche Einnahme von 21 Tabletten mit anschließender 7-tägiger Pause entstand daher vor allem aus historischen und kulturellen Gründen – nicht aufgrund einer medizinischen Notwendigkeit.
Was sagt die moderne Medizin?
Nach heutigem Wissensstand können viele Frauen die Pille auch ohne monatliche Pause einnehmen. Dieses Vorgehen wird als Langzyklus bezeichnet.
Dabei werden die hormonhaltigen Tabletten über mehrere Monate hinweg durchgehend eingenommen. Je nach Präparat kann die Einnahme beispielsweise über drei, sechs oder sogar zwölf Monate erfolgen, bevor eine Blutung zugelassen wird.
Vorteile eines Langzyklus
Viele Frauen profitieren von einer verlängerten oder kontinuierlichen Einnahme:
- Weniger oder keine Blutungen
- Weniger Regelschmerzen
- Weniger Migräneattacken während der Pillenpause
- Weniger Kopfschmerzen
- Weniger PMS-Beschwerden
- Bessere Kontrolle bei Endometriose
- Höhere Lebensqualität für viele Frauen
Insbesondere bei Frauen mit starken Menstruationsbeschwerden, Endometriose oder hormonabhängiger Migräne wird der Langzyklus heute häufig empfohlen.
Ist das gesundheitlich unbedenklich?
Für die meisten gesunden Frauen gilt: Ja.
Zahlreiche Studien konnten zeigen, dass eine kontinuierliche Einnahme der Pille hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit mit der klassischen Einnahme vergleichbar ist. Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Körper eine monatliche Blutung benötigt, um „gereinigt“ zu werden oder gesund zu bleiben.
In den ersten Monaten können allerdings sogenannte Schmier- oder Durchbruchblutungen auftreten. Diese verschwinden häufig mit zunehmender Einnahmedauer.
Fazit
Die monatliche Blutung unter der Pille ist keine natürliche Menstruation, sondern eine hormonell ausgelöste Entzugsblutung. Aus medizinischer Sicht besteht in den meisten Fällen keine Notwendigkeit für eine regelmäßige Pillenpause. Moderne Einnahmeschemata mit verlängerten Zyklen oder kontinuierlicher Einnahme ermöglichen vielen Frauen eine bessere Kontrolle ihrer Beschwerden und mehr Lebensqualität. Ob ein Langzyklus sinnvoll ist, sollte jedoch immer individuell mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt besprochen werden.
Seit ihrer Einführung in den 1960er-Jahren hat die Antibabypille das Leben von Millionen Frauen verändert. Sie gilt als eine der sichersten und am besten erforschten Verhütungsmethoden weltweit. Dennoch wird die Pille heute kritischer betrachtet als noch vor einigen Jahren. Viele junge Frauen fragen sich daher: Ist die Pille die richtige Verhütungsmethode für mich?
Die Antwort ist individuell. Die Pille bietet zahlreiche Vorteile, hat aber auch mögliche Nachteile und Risiken, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden sollten.
Wie wirkt die Pille?
Die meisten Antibabypillen enthalten die Hormone Östrogen und Gestagen. Diese verhindern den Eisprung und verändern gleichzeitig den Schleim am Gebärmutterhals, sodass Spermien nur schwer in die Gebärmutter gelangen können.
Bei korrekter Anwendung gehört die Pille zu den sichersten Verhütungsmethoden überhaupt. Die Schwangerschaftsrate liegt bei weniger als einer Schwangerschaft pro 100 Frauen pro Jahr.
Die Vorteile der Pille
Sehr hohe Sicherheit
Einer der größten Vorteile der Pille ist ihre Zuverlässigkeit. Bei täglicher Einnahme schützt sie sehr effektiv vor einer ungewollten Schwangerschaft.
Regelmäßige Menstruationszyklen
Viele Frauen erleben unter der Pille regelmäßige und besser planbare Blutungen. Zyklusunregelmäßigkeiten können sich deutlich verbessern.
Weniger Regelschmerzen
Die hormonelle Wirkung führt häufig zu schwächeren Menstruationsblutungen und weniger Unterleibsschmerzen. Frauen mit starken Menstruationsbeschwerden profitieren oft besonders.
Verbesserung von Haut und Akne
Bestimmte Pillen können die Talgproduktion der Haut reduzieren und dadurch Akne und unreine Haut verbessern.
Schutz vor bestimmten Erkrankungen
Langfristige Studien zeigen, dass die Einnahme der Pille das Risiko für einige gynäkologische Erkrankungen senken kann, darunter:
- Eierstockkrebs
- Gebärmutterschleimhautkrebs
- Eierstockzysten
- Endometriose
Die Nachteile der Pille
Tägliche Einnahme erforderlich
Die Pille wirkt nur zuverlässig, wenn sie regelmäßig eingenommen wird. Vergessene Tabletten gehören zu den häufigsten Ursachen für eine ungewollte Schwangerschaft trotz Verhütung.
Keine Schutzwirkung vor sexuell übertragbaren Infektionen
Die Pille schützt ausschließlich vor einer Schwangerschaft. Gegen Infektionen wie Chlamydien, Gonorrhö, HIV oder HPV bietet sie keinen Schutz. Dafür sind Kondome weiterhin unverzichtbar.
Mögliche Nebenwirkungen
Vor allem in den ersten Monaten können Nebenwirkungen auftreten:
- Übelkeit
- Kopfschmerzen
- Brustspannen
- Zwischenblutungen
- Stimmungsschwankungen
- Verminderte sexuelle Lust
Viele dieser Beschwerden bessern sich nach einigen Wochen wieder. Bei anhaltenden Problemen kann ein Wechsel des Präparates sinnvoll sein.
Beeinflusst die Pille die Psyche?
Dieses Thema wird zunehmend diskutiert. Einige Frauen berichten unter hormoneller Verhütung über Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass manche Frauen empfindlicher auf hormonelle Veränderungen reagieren als andere.
Wichtig ist: Die meisten Frauen vertragen die Pille gut. Treten jedoch deutliche Veränderungen der Stimmung oder des Wohlbefindens auf, sollte dies mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt besprochen werden.
Welche Risiken gibt es?
Thrombosen
Das wichtigste bekannte Risiko der kombinierten Pille ist die Bildung von Blutgerinnseln in den Venen, sogenannte Thrombosen.
Das Risiko ist insgesamt gering, steigt jedoch an bei:
- Rauchen
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Familiärer Vorbelastung
- Bestimmten Gerinnungsstörungen
Besonders junge Raucherinnen sollten sich ausführlich beraten lassen.
Erhöhter Blutdruck
Bei einigen Frauen kann die Pille zu einem Anstieg des Blutdrucks führen. Regelmäßige Kontrollen sind daher sinnvoll.
Brustkrebsrisiko
Studien zeigen eine geringe Erhöhung des Brustkrebsrisikos während der Einnahme hormoneller Verhütungsmittel. Das absolute Risiko bei jungen Frauen bleibt jedoch sehr niedrig.
Ist die Pille für jede Frau geeignet?
Nein. Frauen mit bestimmten Vorerkrankungen sollten keine östrogenhaltige Pille einnehmen. Dazu gehören beispielsweise:
- Frühere Thrombosen
- Bestimmte Gerinnungsstörungen
- Schwere Lebererkrankungen
- Migräne mit Aura
- Einige Herz-Kreislauf-Erkrankungen
In solchen Fällen kommen häufig reine Gestagenpräparate oder hormonfreie Verhütungsmethoden infrage.
Welche Alternativen gibt es?
Heute stehen zahlreiche Verhütungsmethoden zur Verfügung:
- Kondom
- Hormonspirale
- Kupferspirale
- Verhütungsring
- Verhütungspflaster
- Dreimonatsspritze
- Verhütungsimplantat
- Natürliche Familienplanung
Welche Methode am besten geeignet ist, hängt von Alter, Lebensstil, Gesundheitszustand und persönlichen Wünschen ab.
Fazit
Die Antibabypille gehört nach wie vor zu den sichersten und am besten untersuchten Verhütungsmethoden. Sie bietet neben dem Schutz vor einer Schwangerschaft zahlreiche zusätzliche Vorteile, etwa bei Regelschmerzen, Akne oder Zyklusstörungen.
Gleichzeitig handelt es sich um ein Medikament, das Nebenwirkungen und Risiken mit sich bringen kann. Deshalb sollte die Entscheidung für oder gegen die Pille immer individuell und nach einer ausführlichen ärztlichen Beratung getroffen werden.
Die beste Verhütungsmethode ist letztlich diejenige, die zuverlässig schützt, gut vertragen wird und zum eigenen Lebensstil passt. Für viele junge Frauen ist das die Pille – für andere eine der zahlreichen Alternativen.
Plötzlich schlechter Schlaf, nächtliche Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen oder Hitzewallungen – viele Frauen erleben die Wechseljahre als eine Zeit tiefgreifender Veränderungen. Während manche nahezu beschwerdefrei durch diese Lebensphase gehen, leiden andere erheblich unter den hormonellen Umstellungen. Die Hormonersatztherapie (HRT) kann in vielen Fällen eine wirksame Unterstützung sein. Doch wann ist sie sinnvoll, wie wird sie durchgeführt und welche Risiken sind zu beachten?
Die Wechseljahre sind keine Krankheit
Die Menopause beschreibt den Zeitpunkt der letzten spontanen Monatsblutung. Sie tritt in Deutschland durchschnittlich zwischen dem 50. und 52. Lebensjahr ein. Die Jahre davor werden als Perimenopause bezeichnet. In dieser Phase beginnt die Funktion der Eierstöcke nachzulassen, wodurch die Produktion von Östrogen und Progesteron zunehmend schwankt.
Typische Beschwerden sind:
- Hitzewallungen und Nachtschweiß
- Schlafstörungen
- Stimmungsschwankungen
- Reizbarkeit und innere Unruhe
- Konzentrationsprobleme
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Scheidentrockenheit
- Verminderte sexuelle Lust
- Herzklopfen und vegetative Beschwerden
Nicht jede Frau benötigt eine Behandlung. Entscheidend ist immer die individuelle Belastung.
Wann ist eine Hormonersatztherapie sinnvoll?
Die wichtigste Indikation für eine HRT sind mittelgradige bis schwere klimakterische Beschwerden, die die Lebensqualität beeinträchtigen.
Besonders wirksam ist die Therapie bei:
- Hitzewallungen
- Nachtschweiß
- Schlafstörungen infolge hormoneller Veränderungen
- Beschwerden im Genital- und Harnwegsbereich
- Vorbeugung eines erhöhten Osteoporoserisikos
Die Entscheidung für oder gegen eine HRT sollte stets individuell erfolgen und die persönliche Krankengeschichte berücksichtigen.
Wie wird eine HRT aufgebaut?
Moderne Konzepte verfolgen das Prinzip:
„Die niedrigste wirksame Dosis für die kürzest notwendige Zeit.“
Stufe 1: Niedrig dosiertes Östrogen
Heute wird häufig ein transdermales Östrogenpräparat eingesetzt, beispielsweise als Gel oder Pflaster.
Vorteile:
- Gleichmäßige Hormonspiegel
- Umgehung des Leberstoffwechsels
- Geringeres Thromboserisiko als bei Tabletten
- Gute Steuerbarkeit der Dosierung
Begonnen wird meist mit einer niedrigen bis mittleren Dosierung. Die Wirkung wird nach einigen Wochen überprüft.
Stufe 2: Schutz der Gebärmutterschleimhaut
Frauen mit erhaltener Gebärmutter benötigen zusätzlich ein Gestagen.
Dieses verhindert eine übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut und senkt das Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs.
In der Perimenopause wird häufig ein sequenzielles Schema gewählt:
- Östrogen täglich
- Gestagen für 12–14 Tage pro Monat
Dadurch bleibt meist eine regelmäßige Blutung bestehen.
Nach der Menopause wird oft auf eine kontinuierliche Kombinationstherapie umgestellt:
- Östrogen täglich
- Gestagen täglich
Ziel ist dann häufig Blutungsfreiheit.
Stufe 3: Individuelle Anpassung
Die Behandlung orientiert sich nicht an Laborwerten, sondern an den Beschwerden. Manche Frauen benötigen nur geringe Mengen Östrogen, während andere von einer höheren Dosierung profitieren.
Bioidentische Hormone – was bedeutet das?
Der Begriff „bioidentisch“ sorgt häufig für Verwirrung.
Bioidentische Hormone besitzen dieselbe chemische Struktur wie die körpereigenen Hormone. Dazu gehören insbesondere:
- Estradiol
- Mikronisiertes Progesteron
Viele heute eingesetzte HRT-Präparate enthalten bereits solche bioidentischen Hormone.
Davon zu unterscheiden sind individuell in Apotheken hergestellte Hormonmischungen. Für diese liegen häufig weniger wissenschaftliche Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit vor als für zugelassene Arzneimittel.
Vorteile einer HRT
Die Hormonersatztherapie gilt als die wirksamste Behandlung menopausaler Beschwerden.
Mögliche Vorteile:
- Deutliche Verringerung von Hitzewallungen
- Besserer Schlaf
- Verbesserte Leistungsfähigkeit und Konzentration
- Positive Wirkung auf Stimmung und Wohlbefinden
- Verbesserte sexuelle Gesundheit
- Weniger Scheidentrockenheit
- Schutz vor Knochenabbau und Osteoporose
- Reduzierung des Risikos für Knochenbrüche
Viele Frauen berichten bereits innerhalb der ersten Wochen über eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität.
Risiken und mögliche Nebenwirkungen
Keine Therapie ist völlig frei von Risiken.
Mögliche Nebenwirkungen:
- Brustspannen
- Wassereinlagerungen
- Kopfschmerzen
- Zwischenblutungen
- Übelkeit
Brustkrebsrisiko
Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie das Brustkrebsrisiko.
Nach aktuellem Kenntnisstand kann insbesondere eine längerfristige kombinierte Östrogen-Gestagen-Therapie das Brustkrebsrisiko leicht erhöhen. Das individuelle Risiko hängt jedoch von vielen Faktoren ab, darunter:
- Alter
- Körpergewicht
- Alkoholkonsum
- Familiäre Belastung
- Art der Hormone
- Dauer der Anwendung
Das absolute Risiko bleibt bei vielen Frauen gering und muss immer individuell bewertet werden.
Thrombosen und Schlaganfall
Das Risiko für venöse Thrombosen ist unter transdermalem Östrogen niedriger als unter Tabletten. Daher werden Gel- und Pflasterpräparate heute häufig bevorzugt.
Mythen und Fakten zur HRT
Mythos: Hormone verursachen grundsätzlich Brustkrebs.
Fakt: Die Zusammenhänge sind deutlich komplexer. Das individuelle Risiko hängt von vielen Faktoren ab und ist meist deutlich geringer, als häufig angenommen wird.
Mythos: HRT darf nur wenige Monate angewendet werden.
Fakt: Die Therapiedauer richtet sich nach Beschwerden, Nutzen und Risiken. Viele Frauen profitieren über mehrere Jahre von einer Behandlung.
Mythos: Natürliche oder pflanzliche Mittel sind immer sicherer.
Fakt: Auch pflanzliche Präparate können Nebenwirkungen haben und sind bei ausgeprägten Beschwerden häufig weniger wirksam als eine HRT.
Fazit
Die Hormonersatztherapie hat in den letzten Jahren eine Neubewertung erfahren. Für gesunde Frauen unter 60 Jahren oder innerhalb der ersten zehn Jahre nach der Menopause überwiegen bei belastenden Beschwerden häufig die Vorteile gegenüber den Risiken.
Eine moderne HRT wird heute individuell angepasst, bevorzugt mit transdermalem Estradiol und – bei vorhandener Gebärmutter – einem geeigneten Gestagen. Ziel ist nicht die Behandlung eines Laborwertes, sondern die Verbesserung der Lebensqualität.
Wer unter Hitzewallungen, Schlafstörungen oder anderen klimakterischen Beschwerden leidet, sollte das Thema offen mit seiner Frauenärztin oder seinem Frauenarzt besprechen. Eine gut ausgewählte Hormonersatztherapie kann vielen Frauen helfen, die Wechseljahre nicht nur zu bewältigen, sondern aktiv und mit guter Lebensqualität zu gestalten.
Die Geburt eines Babys ist für viele Eltern ein emotionaler Moment – kommt ein Kind jedoch deutlich zu früh zur Welt, beginnt oft eine besonders intensive und belastende Zeit. Frühgeborene benötigen häufig eine engmaschige medizinische Betreuung auf der Neugeborenen-Intensivstation. Ein neues Modellprojekt in Nürnberg macht nun Hoffnung: Dort soll Künstliche Intelligenz (KI) helfen, Frühchen noch besser zu überwachen und kritische Situationen früher zu erkennen. (Ärzteblatt)
KI soll Frühgeborene sicherer überwachen
Am Klinikum Nürnberg startet ein in Deutschland bislang einzigartiges Projekt zur Versorgung extrem früh geborener Babys. Ziel ist es, moderne KI-Technologien einzusetzen, um die Sicherheit der kleinen Patientinnen und Patienten zu verbessern. Das Projekt wird vom Freistaat Bayern mit rund 150.000 Euro gefördert und läuft zunächst über zwei Jahre. (Ärzteblatt)
Besonders spannend für werdende Eltern: Die KI soll medizinisches Personal unterstützen, indem sie kleinste Veränderungen bei Frühgeborenen erkennt – oft schneller, als es mit bloßem Auge möglich wäre. Dazu wird unter anderem eine sogenannte Video-KI eingesetzt. Sie analysiert Bewegungsmuster der Babys und kann Auffälligkeiten melden, die auf gesundheitliche Probleme hinweisen könnten. Das Pflege- und Ärzteteam wird dann automatisch alarmiert. (Ärzteblatt)
Unterstützung bei Ernährung und Entwicklung
Das Projekt geht jedoch noch weiter. Die KI soll auch dabei helfen, die Ernährung von Frühchen individuell anzupassen. Gerade bei sehr kleinen Babys spielt die richtige Versorgung mit Nährstoffen eine entscheidende Rolle für Wachstum und neurologische Entwicklung.
Zusätzlich wird untersucht, wie KI bei der Steuerung einer künstlichen Plazenta unterstützen könnte – ein Bereich, der in der Frühgeborenenmedizin als besonders innovativ gilt. (DIE WELT)
Warum das Projekt für Schwangere wichtig ist
Für Schwangere kann das Thema Frühgeburt belastend sein. Zwar kommen die meisten Kinder gesund und termingerecht zur Welt, dennoch erleben viele werdende Eltern Unsicherheit rund um mögliche Risiken.
Das Nürnberger Projekt zeigt, wie moderne Medizin neue Wege geht, um Frühchen künftig noch besser zu versorgen. Besonders beruhigend: KI soll hier nicht Ärzte oder Pflegekräfte ersetzen, sondern sie unterstützen. Ziel ist es, kritische Situationen früher zu erkennen und schneller handeln zu können.
Im Klinikum Nürnberg werden jedes Jahr etwa 400 Frühgeborene behandelt, darunter mehr als 60 Babys mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm. (Ärzteblatt)
Fazit
Die Verbindung aus moderner Medizin und Künstlicher Intelligenz könnte die Versorgung von Frühgeborenen in Zukunft deutlich verbessern. Für Schwangere und Familien ist das eine hoffnungsvolle Entwicklung – besonders für jene, die ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt haben.
Quelle:
Deutsches Ärzteblatt – „Hoffnung für Frühchen: KI-Modellprojekt in Nürnberg startet“
Tampon, Binde, Menstruationstasse oder Periodenunterwäsche – die Auswahl an Menstruationsprodukten war noch nie so groß wie heute. Für viele Frauen ist das eine Chance, die Periode individueller, komfortabler und nachhaltiger zu gestalten. Gleichzeitig sorgen soziale Medien und widersprüchliche Informationen häufig für Verunsicherung. Was ist wirklich hygienisch? Welche Produkte sind gesundheitlich unbedenklich? Und worauf sollte man achten?
Zum Internationalen Tag der Menstruationshygiene am 28. Mai betont der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF): Es gibt nicht das eine „richtige“ Produkt für alle Frauen. Entscheidend ist, womit sich jede Frau wohlfühlt und was zu ihrem Alltag, ihrer Blutungsstärke und ihrem Körper passt.
Aus medizinischer Sicht gelten die meisten Periodenprodukte bei richtiger Anwendung als sicher. Wichtig ist vor allem eine gute Hygiene. Tampons und Binden sollten regelmäßig gewechselt werden – idealerweise alle vier bis sechs Stunden. Wiederverwendbare Produkte wie Menstruationstassen oder Periodenunterwäsche müssen sorgfältig gereinigt werden, um Infektionen vorzubeugen.
Besonders häufig diskutiert wird das sogenannte toxische Schocksyndrom (TSS). Dabei handelt es sich um eine seltene, aber ernstzunehmende bakterielle Erkrankung. Oft wird TSS ausschließlich mit Tampons in Verbindung gebracht. Tatsächlich kann es jedoch auch bei anderen Menstruationsprodukten auftreten. Entscheidend ist deshalb weniger das Produkt selbst als vielmehr die richtige Anwendung und Hygiene.
Menstruationstassen und Menstruationsscheiben gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Sie gelten als nachhaltig, kostengünstig und können – insbesondere bei stärkerer Blutung – eine praktische Alternative sein. Frauen mit Spirale sollten jedoch ärztlich abklären, ob die Anwendung geeignet ist, da sich in seltenen Fällen die Lage der Spirale verändern kann.
Auch Periodenunterwäsche wird immer häufiger genutzt. Frauenärztinnen raten hier dazu, auf schadstoffarme Materialien zu achten. Besonders Produkte mit Bioziden wie Silberchlorid sollten kritisch geprüft werden, da mögliche gesundheitliche Auswirkungen noch nicht abschließend erforscht sind.
Weniger empfohlen werden natürliche Menstruationsschwämme. Sie lassen sich nur schwer vollständig reinigen und gelten deshalb aus medizinischer Sicht als weniger hygienisch.
Die wichtigste Botschaft lautet: Menstruation ist etwas Natürliches und kein Tabuthema. Frauen sollten die Möglichkeit haben, informierte und selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Menstruationshygiene zu treffen – ohne Scham, Mythen oder unnötige Verunsicherung.
Quellen:
Adresse
Praxis Dr. Oliver Schmid
Schlossstrasse 2
3. Etage, über ROSSMANN
13507 Berlin – Reinickendorf
Kontakt
Telefon (030) 4346001
Fax (030) 43775725
Email:
kontakt@dr-schmid-berlin.de
