Neugeborene profitieren deutlich von der Keuchhustenimpfung in der Schwangerschaft
Die Zahl der Keuchhustenfälle steigt in Deutschland spürbar an – besonders gefährdet sind Säuglinge im ersten Lebensjahr. Das Deutsches Ärzteblatt berichtet über aktuelle Studiendaten, die klar zeigen: Wenn sich Schwangere gegen Pertussis impfen lassen, schützen sie ihr Kind bereits vor der Geburt wirksam.
Keuchhusten, verursacht durch Bordetella pertussis, verläuft bei Erwachsenen meist langwierig, aber selten schwer. Bei Neugeborenen kann die Infektion jedoch dramatische Folgen haben. Sie entwickeln Atemaussetzer, müssen stationär behandelt werden und tragen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Da Ärztinnen und Ärzte Säuglinge erst ab der achten Lebenswoche selbst impfen können, entsteht nach der Geburt eine gefährliche Schutzlücke.
Die Studie
Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Radboud University untersuchten gezielt, wie die Impfung in der Schwangerschaft das Immunsystem des Neugeborenen beeinflusst. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachjournal The Lancet Microbe. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten nachweisen, dass geimpfte Schwangere hohe Konzentrationen spezifischer Antikörper bilden und diese aktiv über die Plazenta an ihr ungeborenes Kind weitergeben.
Die Antikörper zirkulieren nicht nur im Blut der Neugeborenen. Die Forschenden fanden sie auch in der Nasenschleimhaut – genau dort, wo das Bakterium typischerweise in den Körper eindringt. Damit blockieren die mütterlichen Antikörper den Erreger frühzeitig und verhindern häufig eine schwere Erkrankung. Die Impfung der Mutter schließt somit die Immunitätslücke in den ersten Lebenswochen effektiv.
In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut die Keuchhustenimpfung für jede Schwangerschaft erneut. Ärztinnen und Ärzte sollen sie bevorzugt zwischen der 28. und 32. Schwangerschaftswoche durchführen. Bei einem erhöhten Frühgeburtsrisiko ziehen sie die Impfung vor. So stellen sie sicher, dass zum Zeitpunkt der Geburt ausreichend Antikörper vorhanden sind.
Die aktuellen Studiendaten bestätigen die Wirksamkeit dieser Strategie eindrucksvoll. Schwangere übernehmen durch die Impfung eine aktive Schutzfunktion für ihr Kind. Sie reduzieren das Risiko schwerer Verläufe deutlich und tragen dazu bei, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.
Angesichts steigender Fallzahlen gewinnt diese Präventionsmaßnahme weiter an Bedeutung. Die Keuchhustenimpfung in der Schwangerschaft schützt nicht nur die Mutter – sie rettet potenziell Leben, indem sie Neugeborenen von Beginn an einen entscheidenden Immunvorsprung verschafft.
Quellenangabe:
Deutsches Ärzteblatt: „Neugeborene profitieren von Keuchhustenimpfung in der Schwangerschaft“, basierend auf einer Studie veröffentlicht in The Lancet Microbe, berichtet über Forschungsergebnisse der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Radboud University.
