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Infektionen in der Schwangerschaft

Masern

Masern und Schwangerschaft

Die Erkrankung zum Genus Morbillivirus in der Familie der Paramyxoviren. Das Masernvirus ist sehr empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen wie erhöhten Temperaturen, Licht, UV-Strahlen, fettlösenden Substanzen und Desinfektionsmitteln.

in Deutschland ist die Häufigkeit der Masern durch die seit etwa 30 Jahren praktizierte Impfung im Vergleich zur Vorimpfära zwar insgesamt deutlich zurückgegangen, doch kommt es immer wieder zu kleinräumigen Ausbrüchen.

Masern – eine der ansteckendsten Krankheiten – werden durch das Einatmen infektiöser Exspirationströpfchen (Sprechen) bzw. Tröpfchenkerne (Husten, Niesen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen. Das Masernvirus führt bereits bei kurzer Exposition zu einer Infektion (Kontagionsindex nahe 100 %) und löst bei über 95 % der ungeschützten Infizierten klinische Erscheinungen aus.

Inkubationszeit

Gewöhnlich 8–10 Tage bis zum Beginn des katarrhalischen Stadiums, 14 Tage bis zum Ausbruch des Exanthems; bis zu 18 Tage bis zum Fieberbeginn sind möglich.

Dauer der Ansteckungsfähigkeit

Die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits 5 Tage vor Auftreten des Exanthems und hält bis 4 Tage nach Auftreten des Exanthems an. Unmittelbar vor Erscheinen des Exanthems ist sie am größten.

Klinische Symptomatik

Masern sind eine systemische, sich selbst begrenzende Virusinfektion mit zweiphasigem Verlauf. Sie beginnen mit Fieber, Konjunktivitis, Schnupfen, Husten und einem Enanthem am Gaumen. Pathognomonisch sind die oft nachweisbaren Koplik-Flecken (kalkspritzerartige weiße Flecken an der Mundschleimhaut). Das charakteristische makulopapulöse Masernexanthem (bräunlich-rosafarbene konfluierende Hautflecken) entsteht am 3.–7. Tag nach Auftreten der initialen Symptome. Es beginnt im Gesicht und hinter den Ohren und bleibt 4–7 Tage bestehen. Beim Abklingen ist oft eine kleieartige Schuppung zu beobachten. Am 5.–7. Krankheitstag kommt es zum Temperaturabfall. Eine Masernerkrankung hinterlässt lebenslange Immunität.

Masern und Schwangerschaft

Eine Maserninfektion in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Fehl- oder Todgeburten bzw. für eine Frühgeburt. Schwangeren Frauen, die keine Immunität besitzen und Kontakt mit Masern hatten, kann innerhalb von 6 Tagen zur Prävention Immunglobulin (Passiv-Impfung) verabreicht werden. Die Aktiv-Impfung darf nicht angewendet werden. Das Neugeborene, das im Mutterleib kurz vor der Geburt mit Masern infiziert wurde, kann bereits mit Zeichen von Masern zur Welt kommen oder innerhalb der ersten Lebenstage an Masern erkranken, wobei es häufig zur Mitbeteiligung der Lunge kommt. Eine erhöhte Rate für Missbildungen besteht allerdings nicht.

12. August 2009/von Oliver Schmid
Schlagworte: Infektionen, Masern, Schwangerschaft
/eloox-cms/uploads/2020/05/OliverSchmid_Logo_Website-2.png 0 0 Oliver Schmid /eloox-cms/uploads/2020/05/OliverSchmid_Logo_Website-2.png Oliver Schmid2009-08-12 12:00:002020-06-03 08:54:48Masern
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