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Aktuelles, Infektionen in der Schwangerschaft

Hanta-Viren – gefährlich für die Schwangere, nicht für das Baby

Bis Juni 2017 wurden in Deutschland zehnmal mehr Erkrankungen durch das Hanta-Virus gemeldet als im ganzen Jahr 2016 aufgetreten sind. Hanta-Infektionen werden von Mäusen und anderen kleinen Nagern auf den Menschen übertragen. Sie beginnen wie eine Grippe mit schwerem Krankheitsgefühl, hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Husten über mehrere Tage. Es folgt eine zweite Phase mit deutlichem Abfall des Blutdrucks und Störungen der Nierenfunktion. Allerdings gibt es auch leichtere Infektionsverläufe. Eine Impfung oder eine medikamentöse Therapie sind nicht möglich. Die Erkrankung heilt in aller Regel folgenlos aus. Das Hanta-Virus schädigt – anders als zum Beispiel die Erreger von Syphilis oder Toxoplasmose – in der Schwangerschaft das ungeborene Baby nicht. Allerdings kann die schwere Erkrankung der Schwangeren selbst mit hohem Fieber die Neigung zu vorzeitigen Wehen und zu einer Frühgeburt erhöhen.

„Frauen mit Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft sollten die typischen Infektionswege vermeiden“, so Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. „Das ist nicht schwer. Das Virus befällt normalerweise Mäuse und andere kleine Nagetiere. Es überlebt über lange Zeit im Mäusekot und Staub, der mit dem Urin der Mäuse kontaminiert ist. Die typischen Orte, um sich zu infizieren, sind trockene Dachböden, Keller, Scheunen, Gartenschuppen und Ställe, in denen Mäuse leben und ihre Nester bauen. Beim Einatmen des Staubs nimmt man das Virus durch die Atemwege auf.“ Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, vor Arbeiten an diesen Orten mindestens eine halbe Stunde gründlich zu lüften einen gut anliegenden Atemschutz und Gummihandschuhe zu tragen. Der Staub sollte nass gewischt, nicht aufgewirbelt und nicht mit dem Staubsauger aufgesaugt werden. Tote Mäuse sollten nicht im Biomüll entsorgt werden, sondern immer in einer Kunststofftüte mit dem Hausmüll.

„Am besten ist es“, so Dr. Albring, „alle geplanten, größeren Aufräum- und Reinigungsarbeiten an Orten mit Mäusebefall vor dem Beginn der Schwangerschaft zu erledigen und während der Schwangerschaft solche Aktionen an gesunde, nicht schwangere Menschen zu delegieren. Wenn ein Kontakt mit Mäusekot während der Schwangerschaft nicht zu vermeiden ist, zum Beispiel bei einem Mäusebefall in Haus und Speisekammer, dann kann die Infektionsgefahr erheblich reduziert werden, wenn die empfohlenen Hygienemaßnahmen eingehalten werden.“

Weitere Hinweise:

Informationen des Robert-Koch-Instituts zur Vermeidung von Hantavirus-Infektionen:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/Hantavirus/Merkblatt_PDF.pdf?__blob=publicationFile

FAQ des Robert-Koch-Instituts zu Hanta-Viren:
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Hanta/Hanta.html

Quelle: Pressemitteilung des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. (www.bvf.de), © BVF 2017

26. Juni 2017/von Oliver Schmid
Schlagworte: Infektionen, Schwangerschaft
/eloox-cms/uploads/2020/05/OliverSchmid_Logo_Website-2.png 0 0 Oliver Schmid /eloox-cms/uploads/2020/05/OliverSchmid_Logo_Website-2.png Oliver Schmid2017-06-26 10:55:432020-06-03 08:54:24Hanta-Viren – gefährlich für die Schwangere, nicht für das Baby
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