RSV-Impfung in der Schwangerschaft: Was werdende Mütter wissen sollten
Was ist RSV?
Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein häufiger Erreger von Atemwegsinfektionen. Für Erwachsene verläuft eine Infektion meist mild und ähnelt einer Erkältung. Für Neugeborene und junge Säuglinge kann RSV jedoch gefährlich werden. Besonders Babys in den ersten Lebensmonaten haben ein erhöhtes Risiko für schwere Atemwegsinfektionen, Atemnot oder Krankenhausaufenthalte.
Die RSV-Saison beginnt in Deutschland meist im Herbst und dauert bis ins Frühjahr. Gerade in dieser Zeit sind Säuglinge besonders gefährdet.
Schutz für das Baby schon vor der Geburt
Seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit einer RSV-Impfung während der Schwangerschaft. Dabei wird die werdende Mutter geimpft, damit sie Antikörper bildet, die über die Plazenta an das ungeborene Kind weitergegeben werden. Dieser sogenannte Nestschutz kann das Baby in den ersten Lebensmonaten vor schweren RSV-Verläufen schützen.
Studien zeigen, dass dadurch insbesondere schwere Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte reduziert werden können. Die Impfung ist in Europa für Schwangere zwischen der 24. und 36. Schwangerschaftswoche zugelassen.
Wichtig: Derzeit keine allgemeine STIKO-Empfehlung
Trotz der verfügbaren Impfstoffe gibt es in Deutschland aktuell noch keine allgemeine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für eine RSV-Impfung in der Schwangerschaft. Die STIKO empfiehlt derzeit stattdessen vor allem die RSV-Prophylaxe für Neugeborene und Säuglinge mit dem Antikörperpräparat Nirsevimab.
Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Impfung in der Schwangerschaft grundsätzlich ausgeschlossen ist. In bestimmten Situationen kann sie nach individueller ärztlicher Beratung sinnvoll sein – beispielsweise wenn das Baby mitten in der RSV-Saison geboren wird oder weitere Risikofaktoren bestehen.
Wann könnte die Impfung sinnvoll sein?
Wenn eine RSV-Impfung erwogen wird, erfolgt sie meist im letzten Schwangerschaftsdrittel. Wichtig ist ein ausreichender Abstand zur Geburt, damit genügend Antikörper an das Kind weitergegeben werden können.
Frauenärztinnen und Frauenärzte wägen dabei individuell Nutzen und mögliche Risiken ab. Viele Schwangere informieren sich derzeit aktiv über das Thema, insbesondere wenn bereits ältere Geschwisterkinder Infekte aus Kita oder Schule mit nach Hause bringen.
Sicherheit und Verträglichkeit
Die bisherigen Studiendaten zeigen insgesamt eine gute Verträglichkeit der RSV-Impfung in der Schwangerschaft. Mögliche Nebenwirkungen ähneln denen anderer Impfungen und umfassen zum Beispiel Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Kopfschmerzen.
Da die Datenlage noch weiter wächst, beobachten Fachgesellschaften und Behörden die Entwicklung weiterhin genau.
Fazit
Die RSV-Impfung in der Schwangerschaft ist ein neues Konzept zum Schutz von Neugeborenen vor schweren Atemwegsinfektionen. Obwohl die Impfung zugelassen ist, gibt es derzeit noch keine allgemeine STIKO-Empfehlung für Schwangere. Deshalb sollte die Entscheidung immer individuell und gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt getroffen werden.
