Praxis Dr. Oliver Schmid
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Schlagwortarchiv für: Impfempfehlung

Aktuelles, Impfempfehlungen, Vorsorge

Wissenschaftlicher Meilenstein: HPV-Impfprogramm verhindert erstmals nachweislich Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs

Als Ihre Frauenarzt ist uns die Vorsorge Ihrer Kinder ein Herzensanliegen. Deshalb möchten ich eine aktuelle Studie aus dem Fachjournal The Lancet mit Ihnen teilen. Diese liefert nämlich erstmals einen unwiderlegbaren Nachweis auf nationaler Ebene. Die HPV-Impfung schützt demnach nicht nur effektiv vor Zellveränderungen. Sie senkt stattdessen auch drastisch die Sterblichkeit durch Gebärmutterhalskrebs.

Beeindruckende Ergebnisse: Null Todesfälle

Dafür werteten Forschende der Queen Mary University of London umfassende Daten aus England aus. Sie betrachteten dabei den Zeitraum zwischen 2001 und 2024. England führte bereits 2008 ein nationales HPV-Impfprogramm für 12- bis 13-jährige Mädchen ein. Außerdem ergänzte das Land dieses Programm durch gezielte Nachholkampagnen. Dadurch erreichten die Behörden beeindruckende Impfquoten von 80 bis 90 Prozent.

Folglich ist das Ergebnis der Auswertung absolut spektakulär. Junge Frauen zwischen 20 und 24 Jahren erhielten die Impfung im Schulalter. In dieser Gruppe trat zwischen 2020 und 2024 kein einziger Todesfall durch Gebärmutterhalskrebs auf. Ohne das Impfprogramm hätte die Statistik rund 23 Todesfälle verzeichnet. Insgesamt verhinderte das Programm in England somit bereits schätzungsweise 200 Todesfälle.

Wichtig für Deutschland und unsere Praxis

Diese Daten unterstreichen folglich die Wichtigkeit einer frühzeitigen Impfung. Der beste Zeitpunkt dafür liegt idealerweise vor dem ersten Sexualkontakt. Allerdings hinken die Impfquoten in Deutschland bedauerlicherweise noch hinterher. Dies führt hierzulande weiterhin zu absolut vermeidbaren Erkrankungen.

Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung ausdrücklich. Sie richtet sich an alle Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Zusätzlich bieten Nachholimpfungen bis zum 18. Lebensjahr einen enormen medizinischen Nutzen. Deshalb möchten wir Sie als Ihr Praxisteam heute ermutigen. Ergreifen Sie bitte diese Chance für Ihre Kinder.

Unser Aufruf an Sie

Bitte sprechen Sie das Thema HPV beim nächsten Vorsorgetermin an. Wir klären Sie dann gerne umfassend auf. Außerdem besprechen wir Ihre individuellen Fragen gemeinsam. So begleiten wir Ihre Familie auf dem Weg zu einem optimalen Gesundheitsschutz.

Quellen:

  • https://www.frauenaerzte-im-netz.de/aktuelles/meldung/hpv-impfprogramm-verhindert-erstmals-nachweislich-todesfaelle-durch-gebaermutterhalskrebs/
  • Meldung im Deutschen Ärzteblatt: Hohe HPV-Impfquote ist mit deutlichem Rückgang der Sterblichkeit assoziiert Hohe HPV-Impfquote ist mit deutlichem Rückgang der Sterblichkeit assoziiert – News – Deutsches Ärzteblatt
  • Hotline-Impfen der Ärzte Zeitung mit Dr. Cornelia Hösemann: Ist eine Impfung gegen HPV auch bei Frauen über 50 noch sinnvoll? www.aerztezeitung.de/Medizin/Ist-eine-Impfung-gegen-HPV-auch-bei-Frauen-ueber-50-noch-sinnvoll-463703.html
  • Hotline-Impfen der Ärzte Zeitung mit Dr. Cornelia Hösemann: Bei HPV-assoziierter Zelldysplasie: Patientin und infizierten Partner impfen? www.aerztezeitung.de/Medizin/Bei-HPV-assoziierter-Zelldysplasie-Patientin-und-infizierten-Partner-impfen-463608.html
  • HPV-Schulimpfprojekt Sachsen: hpv-schulimpfprojekt.de
  • Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF).

24. August 2026/von Oliver Schmid
/eloox-cms/uploads/2020/05/OliverSchmid_Logo_Website-2.png 0 0 Oliver Schmid /eloox-cms/uploads/2020/05/OliverSchmid_Logo_Website-2.png Oliver Schmid2026-08-24 22:51:472026-08-24 22:51:47Wissenschaftlicher Meilenstein: HPV-Impfprogramm verhindert erstmals nachweislich Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs
Aktuelles, Impfempfehlungen, Infektionen in der Schwangerschaft

RSV-Impfung in der Schwangerschaft: Was werdende Mütter wissen sollten

Was ist RSV?

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein häufiger Erreger von Atemwegsinfektionen. Für Erwachsene verläuft eine Infektion meist mild und ähnelt einer Erkältung. Für Neugeborene und junge Säuglinge kann RSV jedoch gefährlich werden. Besonders Babys in den ersten Lebensmonaten haben ein erhöhtes Risiko für schwere Atemwegsinfektionen, Atemnot oder Krankenhausaufenthalte.

Quelle

Die RSV-Saison beginnt in Deutschland meist im Herbst und dauert bis ins Frühjahr. Gerade in dieser Zeit sind Säuglinge besonders gefährdet.

Schutz für das Baby schon vor der Geburt

Seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit einer RSV-Impfung während der Schwangerschaft. Dabei wird die werdende Mutter geimpft, damit sie Antikörper bildet, die über die Plazenta an das ungeborene Kind weitergegeben werden. Dieser sogenannte Nestschutz kann das Baby in den ersten Lebensmonaten vor schweren RSV-Verläufen schützen.

Studien zeigen, dass dadurch insbesondere schwere Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte reduziert werden können. Die Impfung ist in Europa für Schwangere zwischen der 24. und 36. Schwangerschaftswoche zugelassen.

Quelle

Wichtig: Derzeit keine allgemeine STIKO-Empfehlung

Trotz der verfügbaren Impfstoffe gibt es in Deutschland aktuell noch keine allgemeine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für eine RSV-Impfung in der Schwangerschaft. Die STIKO empfiehlt derzeit stattdessen vor allem die RSV-Prophylaxe für Neugeborene und Säuglinge mit dem Antikörperpräparat Nirsevimab.

Quelle

Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Impfung in der Schwangerschaft grundsätzlich ausgeschlossen ist. In bestimmten Situationen kann sie nach individueller ärztlicher Beratung sinnvoll sein – beispielsweise wenn das Baby mitten in der RSV-Saison geboren wird oder weitere Risikofaktoren bestehen.

Wann könnte die Impfung sinnvoll sein?

Wenn eine RSV-Impfung erwogen wird, erfolgt sie meist im letzten Schwangerschaftsdrittel. Wichtig ist ein ausreichender Abstand zur Geburt, damit genügend Antikörper an das Kind weitergegeben werden können.

Frauenärztinnen und Frauenärzte wägen dabei individuell Nutzen und mögliche Risiken ab. Viele Schwangere informieren sich derzeit aktiv über das Thema, insbesondere wenn bereits ältere Geschwisterkinder Infekte aus Kita oder Schule mit nach Hause bringen.

Sicherheit und Verträglichkeit

Die bisherigen Studiendaten zeigen insgesamt eine gute Verträglichkeit der RSV-Impfung in der Schwangerschaft. Mögliche Nebenwirkungen ähneln denen anderer Impfungen und umfassen zum Beispiel Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Kopfschmerzen.

Quelle

Da die Datenlage noch weiter wächst, beobachten Fachgesellschaften und Behörden die Entwicklung weiterhin genau.

Fazit

Die RSV-Impfung in der Schwangerschaft ist ein neues Konzept zum Schutz von Neugeborenen vor schweren Atemwegsinfektionen. Obwohl die Impfung zugelassen ist, gibt es derzeit noch keine allgemeine STIKO-Empfehlung für Schwangere. Deshalb sollte die Entscheidung immer individuell und gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt getroffen werden.

17. Mai 2026/von Oliver Schmid
/eloox-cms/uploads/2020/05/OliverSchmid_Logo_Website-2.png 0 0 Oliver Schmid /eloox-cms/uploads/2020/05/OliverSchmid_Logo_Website-2.png Oliver Schmid2026-05-17 12:03:192026-05-07 12:07:17RSV-Impfung in der Schwangerschaft: Was werdende Mütter wissen sollten

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